Currently #01

48.7657713, 9.1633892 © Sophie Bergemann

Willkommen im digitalen Skizzenbuch

CURRENT widmet sich in seiner ersten Ausgabe dem Porösen (in) der Stadt und benennt dabei potenzielle Lücken in der Planung sowie Lücken im kollektiven Bewusstsein. Dieser Blog begleitet die Ideen, Gedanken und Skizzen aller Beteiligten und setzt sich mit Bedeutungen, Interpretationen und Assoziationen hinter dem Konzept der „Porosität“ auseinander.

Städte sind in Bewegung. Sie verändern sich immerzu. Straßenzüge wandeln ihr Gesicht, entstehen an einer Stelle neu und werden an nächster schon wieder abgerissen. Das Urbane – Plätze, Straßen und Häuser werden intensiv gebraucht, belebt, verhandelt. Sie sind die Container unseres Alltags. Die Behauptung einer vollendeten oder gar fertigen Stadt kann sich niemals erfüllen.

CURRENT nutzt die Stadt Stuttgart als Modell zur Auseinandersetzung mit der Gegenwart. Hier generieren großangelegte Bauprojekte Zukunftsprojektionen, versprechen Ideale und Vollendung. Lücken, Brachen, Leerstellen, das Ungeplante, Brüchige, Provisorische oder gar Ruinöse werden als Hindernisse solcher Mythen wahrgenommen, denn sie implizieren das „Unfertige“. Krisen erschüttern den einst geradlinig empfundenen Plan. Verunsicherung schafft Eventualitäten, die einen konstruktiven Umgang mit Unplanbarkeit erfordern und mehr denn je Zusammenhalt verlangen.

Kunst hat das Potenzial eine Lücke zu bilden, mit der neue und kritische Wahrnehmungsweisen des Vorhandenen, Alltäglichen und Selbstverständlichen erst ermöglicht werden. Die Kunst bringt gezielt neue Elemente in den Raum, indem sie sich mit ihm verbindet oder einen Konflikt hervorruft – in der Reflektion über das Alltägliche. Die Distanz zum Konkreten – das Imaginäre als Lücke – braucht es in Planungs- und Entwicklungsvorhaben von Stadt.

Dieser Blog ist das digitale Skizzenbuch, das Interpretationen und Assoziationen der beteiligten Künstler:innen und Partner:innen veröffentlicht und theoretischen, spekulativen oder wissenschaftlichen Aspekten hinter der Idee bzw. dem Konzept der „Porosität“ Raum gibt.

Das Urbane als porös zu begreifen, heißt auch, sich produktiv auf Unplanbarkeiten und Durchlässigkeiten einzulassen – auf die immerzu unfertige Stadt.

Current —
Kunst und urbaner Raum

9.–19. Sept / Stuttgart